Immer wieder montags – damit ist es jetzt vorbei.

September 12, 2017

Immer wieder montags – damit ist es jetzt vorbei.

 

Kempenich. In Wanderath schloss sich für Elke Schneider der Kreis. Im November 1988 war in der dortigen Mehrzweckhalle der erste von ihrem Ehemann ins Leben gerufene Bambini-Treff des Fußballkreises Rhein/Ahr über die Bühne gegangen. Damals fieberte die heute 63-Jährige als Mutter zweier Bambinis am Spielfeldrand mit - fast 30 Jahre später, war die Aufregung am Rande des Kunstrasenfeldes keineswegs geringer, jetzt allerdings in Funktion als langjährige Trainerin der Vorschulkinder-Mannschaft der JSG Kempenich/Spessart. Doch diesmal mischte sich in die weitgehend kontrollierte Hektik eine große Portion Wehmut. „Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, nach 22 Jahren aufzuhören und ein letztes Mal bei einem Turnier die Verantwortung zu haben“, gestand sie bereits tags zuvor.

 

Bedauern auch bei Gerd Solheid aus Adenau, der mit Elke Schneider einen langen gemeinsamen Weg gegangen ist und in der Durchsetzung der Philosophie des Bambini-Fußballs manchen Strauß mit übereifrigen „Kollegen“ gemeinsam ausgefochten hat. So auch bei ihrem letzten gemeinsamen Auftritt: Dass die Fußballpimpfe Einwürfe machen sollten, ging beiden gleichermaßen gegen den Strich. Eigentlich wollte die Übungsleiterin in Diensten des FC Spessart, die von 1981 bis 1999 als Jugendleiterin für die Nachwuchsförderung verantwortlich war und mit vielfach prämierten Ferienaktionen von sich reden machte, noch ein Jahr dranhängen. Dann aber ging es ziemlich schnell, weil sich mit Carmen Neihs eine Nachfolgerin fand, die ab der Saison 2017/18 das Kommando bei den jüngsten Fußballern übernehmen soll.

 

Dann wird es im Hause Schneider deutlich ruhiger werden. Vor allem montags – und zwar in den Stunden vor den Übungseinheiten, die in der Regel in der Leyberghalle und nur in Ausnahmefällen in der Spessarter Mehrzweckhalle stattfanden. Als Elke Schneider 1996 die Bambinis übernahm und in die Fußstapfen ihres Ehemannes trat, der in seiner Zeit als Verbandsjugendwart die Bambini-Treffs einführte und sie zu einer festen und dauerhaften Einrichtung im Rheinland entwickelte, war das Fehlen beim Training eher eine Seltenheit. Inzwischen geht es in der WhatsApp-Gruppe Stunden vorher hoch her. Was auch Vorteile hat, wie die inzwischen iPhone-taugliche Fast-Rentnerin weiß: „Wenn es zu viele Absagen hagelt, dann kann ich online die Übungseinheit frühzeitig absagen.“

 

Der Zulauf bei den Bambinis besteht nach wie vor und war häufig so groß, dass zwei Gruppen gebildet wurden. Meist nahmen auch zwei Mannschaften an den „Turnieren“ teil. So kamen in mehr als zwei Jahrzehnten Hunderte von Jungen und Mädchen zusammen, die mal bei „Frau Schneider“ als ganz junge Kicker begonnen haben. So wie Lars Krämer, der inzwischen Trainer der zweiten Seniorenmannschaft und im SC Kempenich für die Finanzen verantwortlich ist. Er ist einer von jenen, die 1997 beim ersten Bambini-Treff unter der Leitung von Elke Schneider das Trikot der JSG Kempenich/Spessart trugen. Nicht alle haben anschließend die Jugendmannschaften durchlaufen und den Sprung in den Seniorenbereich geschafft. Aber auch unter denen, die sich irgendwann vom Fußball abgewandt haben, gibt es viele, die sich gerne an die ersten Gehversuche erinnern und ihre einstige Lehrmeisterin nicht vergessen haben. „Das ist es, was für manchen Ärger und die viele Arbeit entschädigt, die man sich mit den kleinen Individualisten gemacht hat“, zieht Elke Schneider ein positives Fazit. Und es wird ihr sicherlich noch einige Zeit so ergehen, dass sie im Dorf von ihren ehemaligen Zöglingen mit einem lauten „Hallo, Frau Schneider“ begrüßt wird.

 

Der Verein sagt:

DANKE, "Frau Schneider".

DANKE, Elke!

 

 

Fotos: Hans-Josef Schneider (k-hjsbam)

 

Bildzeilen

Bei ihrem letzten offiziellen Einsatz schloss sich in Wanderath für Elke Schneider der Kreis: Hier hatte es für sie 1988 als Bambini-Mutter begonnen, hier endete es 2017 als Bambini-Trainerin.

 

Die Bambinis aus dem Jahre 1997

Die Bambinis des Jahres 2017

 

 So kennt man die „Frau Schneider“ (rechts): stets bis in die Haarspitzen engagiert und motiviert.

 

Foto: Hans-Josef Schneider (k-hjsbam)

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